- einen 12.1 MP CCD-Sensor in der Größe 1/1.7″
- RAW, JPG oder RAW/JPG kombiniert
- einen RAW-Puffer-Speicher
- ISO-Wahlrad auf der Oberseite
- zwei individuell belegbare Speicherplätze mit Wahlrad auf Oberseite auswählbar
- Intelligente ISO-Anhebung
- ein sehr gutes optisch stabilisiertes Objektiv mit Kleinbildäquivalenter Brennweite von 35mm-210mm
- eine Menge nützlicher Autofokusfunktionen
- Mehrfeld-, Mittenbetont- und Spotbelichtungsmessung
- Makro ab 1cm
- Gesichtserkennung
- Einen Hot Shoe für Blitz oder Zubehör
- einen scharfen und brillanten 3″ LCD-Monitor
- Einen optischen Sucher
- Möglichkeit Konverter oder Filter zu verwenden
- Spiegelreflexähnliche Bedienung
- hauptsächlich Metallgehäuse
- größtenteils in Schwarz gehaltenes unauffälliges Design
Dadurch wendet sich die G9 an den anspruchsvollen Amateur der seine SLR aus Gewicht- und Platzgründen zu Hause lassen möchte, aber dennoch auf die Flexibilität und einfache Bedienbarkeit einer SLR nicht verzichten kann, oder einfach nur unauffällige „Street-Photography“ machen möchte. Ich hatte meine neue G9 über einen dreitägigen Osterkurzurlaub in Bayern als SLR-Ersatz dabei. Kann Sie eine Spiegelreflex komplett ersetzen? Nein, aber man kann mit Ihr trotzdem qualitativ hochwertige Fotos machen und mit ein bisschen „Tuning“ und den
richtigen Accesoires ist sie eine fast perfekte Kamera.

stealthy: optionaler schwarzer Objektivring & schwarzes tape über Canon.
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Dies ist kein Test der Laborergebnisse berücksichtigt. Ich habe auch nicht die Möglichkeit die Kamera mit den Mitbewerbern Ricoh GR D II , Ricoh GX100, Panasonic Lumix LZ2, Leica Digilux 3 bzw. Nikon P5100 (kein RAW) zu vergleichen, die aber auch andere Ansprüche erfüllen wollen. Für umfangreiche Ergebnisse zu diesen Kameras empfehle ich die Seiten von dpreview.com weiter.
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f4.5, 43mm (KB-Äqu.) @ISO 80
Die Haptik:
Die G9 ist hervorragend verarbeitet. Das überwiegend aus Metall gefertigte Gehäuse, fühlt sich extrem solide an. Der hochwertige Eindruck bestätigt sich auch bei den klar definierten Druckpunkten der Bedienelemente. Sehr komfortabel ist auch das rückseitige Scrollrad mit innen liegendem Bestätigungsknopf, dass man schon von den Canon SLR’s kennt. Mit 320g ohne Medien und Akku ist die G9 schwerer als alle anderen „Point & Shoot“ Kameras. Trotzdem ist sie noch leicht genug um bequem in der Hand zu halten, in der Tasche zu tragen oder mit dem mitgelieferten Gurt um den Hals zu hängen; von dem ich mich aber gleich getrennt habe. Ich bevorzuge eine Lederhandschlaufe von Gordy’s Camera Straps.
Ergonomisch gesehen gibt es eigentlich keine Kritikpunkte und nach ein wenig Übung findet man alle Bedienelemente sofort, jedoch lässt sich das Handling mit ein wenig Zubehör extrem steigern und es macht die G9 nebenbei zu einer richtig hübsch ausschauenden Digicam im „Rangefinder-Style“. Dazu gehört der solide aus Metall gefertigte Handgriff in Kombination mit dem „Thumbs Rest“ von Richard Franiec und der Konverteradapterring von Lensmate aus den USA. Mit diesem Zubehör kann man die G9 wie eine Analoge bzw. SLR halten, da durch den Lensmate-Adapter quasi ein Objektiv simuliert wird
Ich empfehle jedem die Kamera der Wahl immer im Fachhandel einmal in die Hand zu nehmen, denn jeder Mensch hat andere Hände und ergonomische Anforderungen.
Sehr komfortabel ist die Möglichkeit die ISO-Einstellung sofort mit dem linken Wahlrad auf der Oberseite ändern zu können, ein wie ich finde sehr wichtiger Aspekt, da die ISO-Empfindlichkeit neben Blende und Verschlusszeit die dritte Größe ist (und der Digitalphotographie somit einen Vorteil gegenüber der Analogphotographie gibt!) und so komfortabel nicht einmal von den meisten DSLR’s geboten wird! Dass man mit dem „Func/SET“ Knopf und dem Scrollrad auf alle anderen wichtigen Parameter (wie z.Bsp. Weissabgleich oder Aufnahmeformat RAW) schnell Einfluss nehmen kann ist ebenfalls sehr gut gelöst und bewahrt vor „Klickorgien“ im Standardmenü wie bei einigen anderen Kompaktkameras. Sollte man doch in das Standardmenü müssen, findet man sich dort nach kurzer Einarbeitung auch sehr gut und schnell zurecht. Der Zoomhebel liegt optimal um den Auslöser positioniert, damit kann man schneller reagieren wie mit den sonst oft verbreiteten Zoomwippen. Für mich ist die G9 mit den erwähnten Accessoires ein richtiger Handschmeichler geworden, auch wenn Sie dadurch etwas größer wird. Wer eine Hosentaschenkamera sucht sollte die G9 ohnehin meiden.
Bildkomposition:
Wie alle Kompaktkameras ist die G9 zur Benutzung mit dem Display konzipiert, auch wenn Sie einen optischen Sucher mitbringt. Und hier kommen wir zu einem, wie ich finde zu vernachlässigbarem, Nachteil der G9. Der Sucher ist wie erwartet nichts weiter als ein Notbehelf um Strom zu sparen. Es ist eher ein Guckloch, zwar optisch mit dem Zoom gekoppelt jedoch nicht Parallaxenkorrigiert. Immerhin hat er ein etwas größeres Bild wie sonstige Sucher von Point & Shoot Kameras. Die Bildfeldabdeckung entspricht etwa 85% im Weitwinkel und 80% im Tele. Somit ist eine Bildkomposition mit dem Sucher eher Glückssache. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das hervorragende 3“ Display selbst in der Sonne ausreichend hell ist wenn man in das Standardmenü geht und dort die Displayhelligkeit erhöht. Das Display hat zwei frei konfigurierbare Darstellungsoptionen (u.a. Histogrammanzeige, Gitternetz) und die Option AUS. Ich nutze meist die Einstellung mit Histogramm und Gitternetz. Dadurch habe ich schon vor dem Auslösen eine Belichtungskontrolle und kann die Kamera Horizontkonform ausrichten. Die G9 ist die erste Digitale Kompaktkamera bei der ich keinen Sucher vermisse und doch ist es beruhigend dass ein Sucher vorhanden ist (Der Konverteradapterring von Lensmate verdeckt das Sucherbild jedoch). Ein Bon-Bon ist übrigens die Möglichkeit auf dem Display den Bildbereich im Format 3:2 anzuzeigen. Da die Kamera im 4:3 Format aufnimmt hat man dadurch schon während der Bildkomposition einen Überblick was beim Ausdruck aufs Papier kommt. Genial.

f4.5, 210mm (KB-Äqu.) @ISO 80
Fotografieren:
Der Auslöser der G9 hat klare Druckpunkte. Auch die Positionierung des Auslösers stimmt, man hat die Kamera dabei satt in der Hand und nicht irgendwie nur halbherzig wie viele Kompakte deren Auslöser fast am äußersten rechten Gehäuserand liegt und den Auslösefinger verkrampft.
Was man bei der G9 schnell zu schätzen lernt ist das ausgeklügelte AF-System mit seinen nützlichen Optionen: Frei Wählbarer AF-Punkt, Automatische AF-Punkt Wahl und Gesichtserkennung (mit wählbarem Gesicht).
Blende, Zeit und Belichtungskorrektur sind sehr schnell über die +/- Taste und das Scrollrad einstellbar, die Art der Messung (Mehrfeld, Mittenbetont, Spot) über die S-Taste (frei programmierbar) abzurufen. Man hat also volle Kontrolle über das was die Kamera tun soll. Und was möchte der Fotograf? Blende und Zeit einstellen, ein Histogramm zur Belichtungskontrolle, das ganze übersichtlich und mit gewohnt einfacher und schneller Bedienbarkeit ohne nachdenken zu müssen. All das bietet die G9. Die Auswahl der wichtigen Parameter mit dem Scrollrad und der Visualisierung von Blende bzw. Zeit über eine Laufbandskala im Design eines Analogen Blendenringes ist äußerst gelungen und sehr übersichtlich. Die Auslöseverzögerung der G9 wird von manchen kritisiert, ich schließe mich der Kritik nicht an. Durch die Möglichkeit der zwei Speicherplätze kann man sich ohnehin einen „Fast-Snap-Modus“ einrichten (Manuellen Fokus auf ca. 3m bei Blende 4,5 einstellen) bei dem die G9 schon nach ca. 1,5sec. (inkl. Einschalten!) das erste Bild geschossen hat. Und das leiser (wenn man alle Sounds abgestellt hat) wie eine Leica M. Cool.

f2.8, 35mm (KB-Äqu.), 1/10sec @ISO 400
Das Foto
12MP auf einem 1/1,7“ Sensor. Oft heißt es: die Achillessehne der G9. Meiner Meinung nach stimmt das nur bedingt. In einigen Tests, Foren (z.Bsp. Dpreview) und Besprechungen (z.Bsp. theonlinephotographer) über die G9 ist zu lesen, dass Canon es besser bei den 10MP der G7 belassen hätte, ja manch einer fordert 6MP und die allzu alte Diskussion über „mehr wie 6MP braucht keine Digitale“ (6MPorg) flammt auf. Fakt ist aber: Die G9 ist eine moderne Digitale Kompakt-Kamera mit hervorragenden Stärken, und mir fällt keine Kompaktkamera aus der 6MP-Ära oder davor ein, die so schnell, effizient und unauffällig dem Fotograf alle essentiellen Funktionen in die Hand legt. Aber ein jeder muss selbst entscheiden ob er/sie sich eine Gebrauchte aus dieser „Pre-12MP-Ära“ mit RAW-Format (damals: lange Speicherzeiten, schnell geleerte Akkus, kleine Displays) auf dem Gebrauchtmarkt besorgt, oder die mit nützlicher Technik ausgestattete schnelle G9. Schließlich wird man in aktuellen Produktsortimenten keine 6MP-Kompakte mit professionellem Anspruch finden. Im Fotografen-Alltag sind Geschwindigkeit, RAW-Pufferspeicher, Ausdauer + Displaygröße meistens wichtiger wie die Qualität eines Fotos bei ISO 800 und darüber… Will sagen, diese Vergleiche orientieren sich nicht an aktuellen Möglichkeiten der Rauschunterdrückungstechnologie wie sie die G9 implementiert hat , sondern eher dem Wunsch der Fotografen bis in hohe ISO-Regionen perfekte Bilder zu bekommen. Diesem Wunsch spricht nichts entgegen und ich schließe mich der Meinung an dass bei 12MP auf kleinem Sensor nun endlich mal Schluss sein muss. Das gilt meiner Meinung aber auch für Prosumer DSLR’s. Verglichen mit einer Ricoh Caplio GX (5MP, Tif-Format, identische Sensorgröße) rauscht die G9 ab ISO 400 sogar weniger.

f2.8, 1/15sec, 35mm (KB-Äqu.) @ISO 800 (neat image gefiltert)
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Ich habe die G9 lediglich im RAW-Modus benutzt und die CR2-RAW Dateien mit Silkypix Developer Studio 3 entwickelt. Zusätzlich habe ich zur Rauschunterdrückung Neat Image verwendet. Mit anderen Softwarelösungen dürfte die Beurteilung jedoch ähnlich sein. Eine Aussage über die JPG Bildqualität treffe ich (noch) nicht, da mit dem Rohdatenformat RAW wie bei allen Kameras bessere Ergebnisse erzielt werden.
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Aber was macht nun dieser Sensor? Kurz gesagt: Er macht genau das was zu erwarten ist. Bis ISO 200 völlig brauchbare Fotos „Out of the cam“. Auch ISO 400 geht völlig in Ordnung. Danach rauscht es. Wer nicht größer DIN A 4 druckt, und kein Pixelzähler ist, wird erstaunt sein was sogar ISO 800 (in Verbindung mit NEAT IMAGE) leistet. ISO 1600 oder ISO 3200 (über Szenenprogramm) sind jedoch wirklich nur ausgesprochene Notlösungen! Zaubern kann eine G9 natürlich auch nicht, aber man kann externe Leistungsfähige Blitze über den Hot Shoe anschliessen und sich damit mehr Licht aufs Motiv zaubern.
Eine sehr nützliche Funktion die man im Menü unbedingt aktivieren sollte ist „Intelligent ISO-Shift“. Man findet es zur Aktivierung (über die S-Taste) im Standardmenü. Dabei hebt die G9 wenn nötig die ISO-Zahl im Auto Modus bis zu den sicheren ISO 200 an, sollte ein höherer ISO-Wert erforderlich sein leuchtet die S-Taste blau und nach Druck wird der erforderliche ISO-Wert automatisch ausgewählt. Desweiteren wählt die G9 auch ISO-Werte wie bspw. ISO 125,160 oder 640 automatisch aus. Eine sehr komfortable und nützliche Eigenschaft. Was mir am vorhandenen Rauschen gefällt ist die mehr oder weniger Starke Analoge Anmutung, ähnlich der Filmkörnung (z.Bsp. Ilford HP5).
Benutzt man den RAW-Modus und evtl. zusätzlich Tools wie Neat Image (auch Freeware-Version) hat über das Rauschen perfekte Kontrolle und bekommt wesentlich bessere Ergebnisse wie über die Entwicklung mit der mitgelieferten Canon-Software oder die Aufnahme im komprimierten kamerainternen JPG-Format.
Somit ist die G9 mit Limitierungen auch für die Available Light-Fotografie geeignet, wenn man die Möglichkeit des RAW-Formats und dessen Computerseitige Weiterverarbeitung nutzt. Auch den optischen Bildstabilisator des Objektives habe ich sehr zu schätzen gelernt. Er hilft in „Low Light“- Situationen scharfe Bilder einzufangen.
Ich habe festgestellt dass die Belichtung der G9 meist sehr akkurat ist. Die Belichtungsmessung der G9 weist selbst bei Mischlichtverhältnissen und harten Kontrasten immer noch erstaunlich viel Zeichnung in den dunklen Bildanteilen auf. Ich stelle, wie auch bei meiner DSLR, meist eine Belichtungskorrektur von -1/3 bis -1 ein. Damit habe ich bei der G9 sehr gute Erfahrungen gemacht um bei der Nachbearbeitung mit Silkypix größere Reserven zu haben.

f4.5, 1/400sec, 35mm (KB-Äqu.) @ISO 80
Was die G9 nicht kann
Wo Licht ist, ist auch Schatten. Zum einen ist da der erwähnte 1/1.7“ Sensor, und wie bei allen Kompaktkameras mit kleinen Sensoren kann man mit der G9 selbst bei weit geöffneter Blende 2.8 kein Detail selektiv freistellen. So etwas wie „bokeh“ gibt es einfach nicht. Lediglich im Makromodus verschwimmt der Hintergrund. Auch für mit offener Blende gemachte Portraits im Telebereich reicht die erzeugte Hintergrundunschärfe aus. Wer „bokeh“ und Schärfentiefe möchte muss zur DSLR und entsprechend lichtstarken Objektiven greifen. Das gilt auch für die High-ISO-Performance. Sorglose ISO 800 oder ISO 1600 wie von der DSLR gewohnt gibt es natürlich auch nicht,genauso wenig wie einen Pentaprismensucher … jedoch….alles in allem ist die G9…

“alles unter Kontrolle”
…ein richtig gutes Werkzeug
Vor dem Kurzurlaub konnte ich die G9 lediglich wenige Stunden ausprobieren. Ich gebe zu dass es einer kleinen inneren Überwindung bedurfte meine Pentax *istDL (DSLR) zu Hause zu lassen. Auch war ich es gewohnt immer ein paar Kilo Objektive und Equipment mit mir zu schleppen. Schließlich war ich der G9, trotz meiner langen und Zeit- intensiven Recherche und Bildbetrachtung von G9-Bildern im Netz, ein wenig skeptisch eingestellt. Ich stellte mir die Frage: Komme ich wirklich ohne den gewohnten Komfort und der Möglichkeit Objektive den Motivanforderungen entsprechend zu wechseln ohne DSLR aus? Der Leser ahnt es. Die Antwort lautet JA! Mit der G9 auf Exkursion zu gehen ist wesentlich bequemer wenn man unbeschwert reisen möchte oder gar mit Familie und Kindern unterwegs ist. Man spürt oft gar nicht dass man sie dabei hat. Ich habe die G9 im X-Wrap in meine Tagestasche gesteckt, dazu einen Zweitakku, ein SD-Kartenmäppchen und eine Regenschutzhülle. In der Hand baumelte sie lässig an der Strippe oder wurde zeitgleich fest um den Lensmatering mit der Hand umschlossen. Ein Handschmeichler eben, diese G9, und (fast) ein Alleskönner….

wenns mal regnet. Regenhülle von enjoyyourcamera.
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